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Es war an einem Morgen im August. Sie wachte auf und wusste, dass sie diesen Zug besteigen würde. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie noch keine Ahnung davon, ob es diese Zugverbindung überhaupt geben würde. Sie hatte noch nie davon gehört. Noch nie davon gelesen. Keine Koordinaten. Die Informationen, die sie sammeln kann, sind spärlich. Zudem ist sie sparsam im Lesen von Reiseführern. Obwohl eine Abteilung der Bibliothek damit gefüllt ist. Manche Sehenswürdigkeiten übersieht sie aus diesem Grund. Es reicht, wenn sie aufwacht um zu wissen, wohin ihr Weg führt. Sie setzt auf die Gespräche mit Menschen. Ihre Empfehlungen. Ihre Erfahrungen. Auf Menschen. Sie erfährt, dass sie in Istanbul ihre erste Etappe antreten wird. Sie hat diesmal nur einen Tag dort, um ihr Ticket für den Toros Ekspresi zu lösen. Der Zug fährt nur zweimal die Woche. Man benötigt ein Ticket, das man nur direkt am Haydarpaşa kaufen kann. Am ersten Abend in Istanbul lernt sie in der Kneipe bei hervorragendem Shish Kebap den Cousin des Wirtes, den Teppichhändler Timur und seinen Freund Yilmaz kennen. Den weiteren Abend verbringen sie in dem ehemaligen Palastteil mit Blick auf die Türme der Sultan-Ahmad-Moschee, zu dem sie Zugang haben. Çay mit Blick auf die Moschee.

Zur wahrscheinlich gleichen Zeit etwa landen zwei verrückte Weltenbummler aus Kanada in der Türkei. Quer über das Schwarze Meer. Von Odesa. Mit einem ukrainischen Frachtschiff. Und viel Wodka mit ukrainischen Seemännern. Als es nach dem Anlegen zu lange dauert, bis die Behörden das Schiff und die Fracht zum Löschen freigeben, entscheiden sie sich, heimlich über eine Strickleiter samt Gepäck das Schiff zu verlassen. Sie durften keine Zeit zu verlieren. Waren doch noch Visa zu besorgen. Wie sie später im Amt erfahren, mussten die Visumanträge mit Schreibmaschine ausgefüllt werden. Schreibmaschinen hat man ja so selten im Reisegepäck. Doch ein Polarbärführer gibt sich nicht so einfach geschlagen.

Die Nacht war unruhig. Um 2 Uhr nachts bereits Trommler auf der Strasse. Wake up für die Gläubigen zum Essen vor Sonnenaufgang. Es ist Ramadan. Wenig später ihr eigenes Frühstück mit Blick auf das Marmara Denizi und Weg zur Fähre zum Haydarpaşa. Heute wird das Ticket für morgen gekauft. Der Bahnhof, ein neoklassizistischer Prachtbau aus der Zeit Kaiser Wilhelms leuchtet in der Sonne, als sie mit der Fähre ankommt. Sie mag Überfahrten. Sie ist nicht Outta Control.

 

Das Goldene Horn hatte sie vorher noch herausgefordert. Kemal sie aufgelesen und zum Fährhafen gefahren. Man glaubt ja nicht, wie lange Kilometer werden können. Und wie weitläufig so ein Goldenes Horn sein kann. Den Fahrpreis ist sie ihm schuldig geblieben. Sie bleibt ungern etwas schuldig. In diesem Fall aber schon. Sie küsst nicht gerne. Schon gar nicht in der Öffentlichkeit. Türken ja normalerweise auch nicht. Schon gar nicht fremde Männer. Selbst wenn sie ihr gerade den – die Überfahrt retten. LLumia hält es ebenfalls so. Sie hütet ihre wenigen Küsse. Für den Fall, dass sie einmal erhöhte Nachfrage hätte. Man weiss ja nie.

  2 comments for “٠٠٠١ 0001

  1. 10/04/2014 at 4:55 AM

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      12/16/2014 at 2:11 PM

      Dear Cierra (what a nice name),

      do you intend to travel to Jordan or Egypt. Unfortunately you won’t be able to visit most of the places in the other countries I visited in 2005. Peace is gone – war is on. I am very proud to have been able to been there in these times. To listen to the story teller in Damascus – now he is gone to Libanon. To smell the sabun and spices and different and the offered goods in the antsy tangle of the Aleppo souk. To explore all of the beauty of the orient. I feel glad about your testimonial. Thank you.

      Either your English or your German must be brilliant … guess German because of ‘informations’.

      Best personal regards,
      xxenia

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