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Salim und Samur kümmern sich um den Haushalt, die Anlage, Küche und nicht zuletzt um die Unterhaltung. In dieser Jahreszeit sind kaum Touristen hier unterwegs. In einer flachen Feuerstelle machen sie Feuer im Zelt. Sie haben Tee aufgesetzt. Salim trägt eine Galabija und eine rot-weisse Kufiya. Samur, der aus Afrika stammt, Anzugjacke und Stoffhose. In der Dunkelheit sieht man nur seine weissen Augäpfel und seine strahlend weissen Zähne. So sitzen sie vor dem Feuer und tragen traditionelle Lieder vor. Salim spielt auf einer Oud. Samur trommelt auf einem leeren Plastikkanister.

 

Mohamad bestellt sie zu sich. Im weichen Sand hinter dem Zelt möchte er ihr seine Wüste näherbringen. Ohne Taschenlampe – man könne sich besser in der Dunkelheit orientieren. Er erkärt ihr die Sternbilder. Die Sternschnuppen prasseln nur so vom Himmel, als würden sie sie davon überzeugen wollen, Wünsche zu formulieren. Muhamad möchte sie davon überzeugen, länger bleiben zu sollen, um für ihn zu arbeiten. Er würde ihr das Geländewagenfahren im Sand beibringen. Sie würden die benachbarten Bedouinen-Camps besuchen. Sie könne sein Internetcafe im Village aufbauen. Zu tun gäbe es genügend. Good business. Sie könne in einer Höhle schlafen.

Das alles klingt sehr verlockend. Noch vor Antritt der Reise hatte sie sich persönlich die Freiheit herausgenommen final erst einmal nicht direkt in ihre Heimat zurückzukehren. Falls sich eine Möglichkeit auf ein zusätzliches Abenteuer in ihrem Leben bieten würde. Bisher hatte sie nichts gereizt. Diesmal, hm?

Entlang der Zeltseiten schlafen sie auf Schaumstoffmatratzen. Damit es für sie bequemer wird, schiebt Salim ihr noch eine zweite Matratze unter. Nach wenig Schlaf werden sie pünktlich um 6 Uhr geweckt. Auch sie hält sie nichts mehr auf ihren Matratzen. Die 5 sind weg auf dem Weg nach Aquaba. Mohamad hat sie zur Junction gebracht.

Nach 1 Liter Tee in der Morgensonne macht sie sich mit Salim, dem Musiker, auf zu einer nahegelegenen Bir, die es hier öfter gibt. Sie müssen ein bisschen klettern. Das Regenwasser wird durch Granit gestoppt weiter durchzusickern und tritt in Quellen wieder in Erscheinung. Sie erfrischen sich an der Quelle. Und tankt ihren Wasservorat auf.

Aufmerksam speichert sie den Weg Salims zurück. Von hier aus ist das Camp nicht zu sehen. Er wollte sie nicht so einfach zurücklassen. Schnell ist man als Gebietsunkundige  ohne Faden im Kopf verloren. Sie selbst ist auch nicht von einer folgenlosen Rückkehr überzeugt. Bereits auf dem Hinweg hat sie die Orientierung verloren. Sie mag diesen Ort noch nicht verlassen. Dieser Ort dürfte sich seit Lawrence of Arabia kaum verändert haben. Man spürt seine Anwesenheit. Wie aus dem Nichts erscheint eine schwarz gekleidete Frau von rechts nach links. Sie trägt ein tailliertes bodenlanges Kleid. Nichts lässt auf eine Bedouinenfrau, gekleidet in einer Galabiya schliessen. Sie gleicht einer Erscheinung mehr denn einer Passantin. Und verschwindet wie sie aufgetaucht war.

Als sie dann unerwartet völlig unproblematisch wieder im Camp erscheint, sind Salim und Samur erfreut darum. Salim unterbricht seine Schimpftiraden nur diesen einen Moment. Er ist völlig ausser sich. Er schimpft und wettert unaufhaltsam. Muhamad hatte vergessen, ihm Zigaretten mitzubringen. Zwar Essen gebracht / Zigaretten vergessen. Und ward wieder verschwunden. Kein Auto. Nix, was Abhilfe schaffen könnte. Schlimmer als Orientierungslosigkeit scheint Nikotinentzug. Sie hatte es bei 35 Grad – was im Dezember aussergewöhnlich ist – und Orientierungslosigkeit zurückgeschafft. Ihr Triumph. Sein  Dilemma. Toxisch unentspannt greift am Abend dann doch noch sein Unterhaltungstalent. Er singt. Er spielt die Oud. Holz verbrennt. Tee. Sie vertreiben sich den Abend mit afrikanischen Rätselspielen.

Eine tote Gazelle.
Ein Löwe braucht eine Stunde, um sie aufzufressen.
Ein Schakal 3 Stunden.
Eine Hyäne schafft es in 6 Stunden.
Wie lange brauchen die drei Tiere zusammen, um das tote Tier aufzufressen.

  2 comments for “٠٠٦٧ 0067

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